Blockchain-basierte digitale Identität in der Schweiz

Als praxisbezogenes Beispiel für die E-Governance Strategie des Bundes habe ich die Blockchain-basierte digitale ID Lösung vom Kanton Zug ausgewählt. Nach einer erfolgreichen Testphase haben alle Einwohnerinnen und Einwohner die Möglichkeit sich auf der App uPort zu registrieren und dort ihre Daten hochzuladen. Alleine der Besitzer seines Accounts kann seine eigenen Daten seiner Identität verwalten und den Zugriff darauf erlauben oder verweigern. Ohne Einwilligung bleiben die Daten verschlüsselt auf dem eigenen Mobiltelefon.

Der grosse Vorteil dieser digitalen ID Lösung ist die Tatsache, dass die Informationen mittels der uPort Anwendung verschlüsselt auf der Ethereum-Blockchain gespeichert werden. Andere ähnliche digitale ID Lösungen gibt es zwar viele, bei den anderen Lösungen werden jedoch die Personendaten meistens auf zentralen Servern gespeichert. Die Stadt Zug möchte dieses Risiko nicht eingehen und stellt die Benutzerinnen und Benutzer ins Zentrum.

Die folgende Darstellung zeigt auf wie einfach es ist, sich auf der uPort App zu registrieren.

  1. Dienstleistungsorientierung

Die digitale Identität erlaubt Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Zug einen einfacheren Zugang zu elektronischen Dienstleistungen. Beispiele solcher Dienstleistungen, die noch in der Entwicklungsphase sind, sind ein Blockchain-basierter Fahrradverleih, ein Parking-Management-System oder das Ausleihen von Büchern aus der Bibliothek.

  1. Nutzen und Effizienz

Am 24. Juni 2018 wurde die erste Blockchain-basierte Testabstimmung mit der digitalen ID in der Schweiz durchgeführt. Obwohl nur wenige an dieser Umfrage teilgenommen haben, war die Testabstimmung erfolgreich. Viele der Teilnehmer wünschen sich die Möglichkeit, die Einreichung der Steuern mittels digitaler ID zu ermöglichen.

Die digitale Identität besteht aus drei Elementen. Als erstes benötigt man ein digitales Schliessfach. Dieses Schliessfach befindet sich auf dem Mobiltelefon in der uPort App und wird entweder mit einem Pin oder per Fingerabdrucksensor gesichert. In der uPort App wird dann die digitale Identität gespeichert.

Im zweiten Schritt erstellt die uPort App eine eindeutige unveränderbare Adresse auf der Ethereum-Blockchain und verknüpft diese mit dem Schliessfach auf dem Mobiltelefon.

Das dritte Element der digitalen Identität ist das Zertifizierungsportal. Nach der Registrierung auf der Webseite und der App haben Bewohnerinnen und Bewohner zwei Wochen Zeit sich bei der Einwohnerkontrolle zu melden, damit Ihre Eingaben geprüft werden können. Zur Überprüfung muss ein Pass oder eine Identitätskarte mitgenommen werden. Die Einwohnerkontrolle signiert diese Eingaben mit Ihrem eigenen Kryptoschlüssel. Dieses Zertifikat wird dann ebenfalls auf der uPort App gespeichert.

Die Effizienz dieser Lösung zeigt sich langfristig, da viele Dienstleistungen, bei denen sich Nutzer ausweisen müssen, kostengünstiger und schneller durchgeführt werden können.

III. Innovation und Standortförderung

Eines der Ziele von E-Government ist, dass Mehrwert für die Bevölkerung, Wirtschaft und Behörden erschafft wird. An der Entwicklung des Projektes ‘Blockchain-basierte digitale ID für alle’ waren das Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern, die Firmen Consensys uPort (Zug), ti&m (Zürich) sowie die IT-Abteilung der Stadt Zug beteiligt.

Blockchain ist eine noch junge Technologie, die viele Prozesse optimieren kann. Neue Technologien einzuführen ist bereits eine schwierige Angelegenheit. Die Erfahrung und Innovation, die ein solches Projekt bringt, ist nicht nur für die ganze Schweiz eine Errungenschaft, sondern ebenfalls für andere Länder, die ähnliche Projekte durchführen wollen.

  1. Nachhaltigkeit

Bei der digitalen Identität steht Nachhaltigkeit im Vordergrund. Bewohner und Bewohnerinnen müssen den Registrierungsprozess mit der App und der Gemeinde nur einmal durchführen. Danach kann die digitale Identität einfach in viele Projekte eingebunden werden. Dadurch wird die Mehrfachnutzung dieser Lösung gefördert.  

Schlussfolgerung

Die Zukunft der E-Governance Strategie des Staates in Bezug auf die digitale Identität hat für die Schweiz ein grosses Potential. Zahlreiche Dienstleistungen können viel effizienter genutzt werden und werden transparenter und sicherer. Das bedeutet, dass der Staat diesbezüglich seine Ressourcen für wichtigere Aufgaben einsetzen kann. Falls repetitive  Prozesse automatisiert werden können, dann wird die Arbeitskraft in vielen Industrien für interessante und Innovative Aufgaben eingesetzt. Ein gutes Beispiel dafür ist der lange Prozess für die Auswertung von Wahlzetteln. Wenn eine zukünftige Abstimmung nur noch elektronisch getätigt werden kann, dann ist dies einerseits nicht nur sicherer sondern auch effizienter.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat bereits 2017 die Pläne der Schweizer Regierung für eine nationale digitale ID bekannt gegeben. Es scheint definitiv zu sein, dass die Herausgabe einer staatlichen ID bei staatlich anerkannten privaten Anbieter, sogenannten Identitätsdienstleistern, liegen soll.

In der naheliegenden Zukunft sollen verschiedene bereits vorhandene digitale IDs wie die SwissID oder der SwissPass mit einer einzigen schweizerischen digitalen Identität für Schweizer Bürger erhältlich sein.

Quellen:

Eine staatlich anerkannte digitale Identität: Bundesrat … – Admin.ch.” 15 Nov. 2017, https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-68816.html. Besucht am 7 Sep. 2018.

(2017, November 15). Zug Online: News: Blockchain-basierte digitale ID für alle … – Stadt Zug. Retrieved September 7, 2018, from http://www.stadtzug.ch/de/ueberzug/ueberzugrubrik/aktuelles/aktuellesinformationen/?action=showinfo&info_id=431448

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